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Eine Auszeit
für die Seele -
Meine
persönliche Erfahrung aus Taizé:
Zusammen
mit Pfarrer Carl Schnetzer, Pfarrerin Claudia Schulz (ref. Kirche
Schlieren) und Susanne Meier aus Schlieren reiste ich
(siehe Foto von re nach li) in der
Sommerferienwoche vom 11.-18.7.2010 zum ersten Mal an das
Internationale Jugendtreffen der Communauté in Taizé. Seit Jahren
verfolgte mich Taizé, sei es durch Kontakt zu Firmlingen und
Konfirmanden, anderen jungen Menschen, die bereits in Taizé waren oder
jüngst durch den Kontakt zu Pfarrer Carl Schnetzer, welcher einige Jahre
in Taizé mitarbeitete. Die vielen lebendigen Eindrücke dieser Personen
bewegten mich dazu, dass ich mich auf diese Reise begab. Noch wusste ich
nicht genau, was mich in dieser Woche wohl erwartet. Es gingen mir viele
Dinge durch den Kopf, wie der Alltag im Kloster zusammen mit mehreren
tausend Jugendlichen, jungen Erwachsenen und all den anderen Personen
und vor allem den Mönchen wohl ablaufen wird.
Das Leben in Taizé ist sehr
einfach gehalten. Als Unterkünfte stehen Baracken ohne Strom und Wasser
oder ein Zeltplatz zur Verfügung. Das Essen war ebenfalls ein Erlebnis:
Alles war löffeltauglich, nicht gerade üppig, aber doch schmackhaft. Es
brauchte schon ein wenig Zeit, um sich an das Leben in Taizé zu
gewöhnen.
Es gab ein strukturiertes
Tagesprogramm mit Bibeleinführungen, dreimal am Tag Gebete in der Kirche
und Gruppengespräche. Dazwischen hatte man genügend Zeit in die Stille
zu gehen und seinen Gedanken freien Lauf zu lassen.
In Taizé leben alle Menschen
auf dem selben Niveau, arme wie reichere, Menschen aus verschiedenen
Kulturen und Nationalitäten, alle sind gleichgestellt. Die Herkunft und
die persönlichen Lebenssituationen spielen keine Rolle. Alle verfolgen
das gleiche Ziel: Sich mit dem Glauben und den eigenen Lebenserfahrungen
zu konfrontieren und die Erkenntnisse in der Gemeinschaft auszutauschen.
Die Bibeleinführungen wurden
von den Brüdern der Communauté persönlich durchgeführt. Was mir daran
besonders gefallen hat, war die Begeisterung und die Freude, die zum
Ausdruck kam, als sie über das Evangelium berichteten. Auf eine
verständliche, unkomplizierte Art wurde uns das Hintergrundwissen der
Bibeltexte weitergegeben. Die Brüder waren offen für Fragen, nicht nur
über die Bibel, auch für persönliche Anliegen hatten sie stets ein
offenes Ohr. Die Herzlichkeit und Offenheit in der Begegnung mit so
vielen verschiedenen Menschen brachte mich zum Staunen. |
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Es gibt keine Bänke in der
Kirche alle sitzen am Boden. Die Gebete werden in vielen Sprachen
gesprochen. Ein grosser Teil der Gebete wird in den typischen und
wunderschönen Gesängen von Taizé eingebettet, die gleichzeitig in
verschiedenen Sprachen gesungen werden. Ich lernte während der Zeit der
Stille auch eine neue Art des Betens kennen, das Gebet des Herzens in
mir selbst. Es war eine wunderbare Erfahrung für mich.
Kein Gottesdienst war gleich
wie der andere. Höhepunkt der Woche war eine Art mini Osterfeier. Am
Freitagabend wird bei dieser Zeremonie eine grosse Kreuzikone auf den
Boden gelegt. Dieser Brauch stammt aus der orthodoxen Kirche. In der
Nähe des Kreuzes hat man eine Möglichkeit, physisch auszudrücken, was
man in dem Moment vielleicht nicht in Worte fassen kann. Einige gingen
ganz Nahe zum Kreuz, andere berührten es, wieder andere blickten zum
Kreuz. Jeder konnte das tun was für ihn in diesem Moment passte. Diese
Art zu beten hat manche im Herzen und Geist stark bewegt und berührt. In
diese Atmosphäre des Gebetes fühlte ich mich stark angesprochen und
zugleich frei.
Nun gilt es, die Erfahrungen
die ich in Taizé sammeln durfte, im Alltag umzusetzen. Wer sich mit
seinem Leben und dem persönlichen Weiterkommen im Glauben
auseinandersetzen möchte, auf eine ruhige und persönliche Art, dem kann
ich eine Reise nach Taizé sehr empfehlen. Für mich wird es eine
unvergessliche Erfahrung bleiben.
Ramona Witzig (Text und Fotos)
Fotogalerie: Reise nach
Taizé - die lebendigen und ausdrucksstarken Bilder sprechen
für sich!
(Bericht zum Herunterladen als Pdf)
Informationen über Taizé: www.taize.fr/de
Nacht der
Lichter im Grossmünster Zürich am 6. November 2010: Am Samstag vor dem Reformationssonntag kommen zwei Brüder aus
Taizé zu einem Abendgottesdienst ins Grossmünster.
Kirchenratspräsident Pfr. Ruedi Reich wird diesen Abendgottesdienst
zusammen mit den Brüdern von Taizé feiern. Eine Gruppe von jüngeren
Menschen wird die Gesänge von Taizé mit ihren Instrumenten
vorbereiten.
Alle
Generationen sind zur Nacht der Lichter eingeladen.
- Die genauen Angaben folgen später.
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