Ökumenischer Auffahrtsgottesdienst in Aesch
Donnerstag 14. Mai 2026 um 9.30 Uhr
Gemeindesaal Nassenmatt in Aesch
Predigt: Pfarrerin Sun-Jong Kwon
Liturgie: Seelsorgerin Marta Novak
Musik: Andrin Koller
Anschliessend sind alle herzlich zum Apéro eingeladen.
Bild: Myunghwan Kim
Auffahrt – verborgen gegenwärtig
Auffahrt gehört zu den stillen Feiertagen im Kirchenjahr.
Ein Tag, der uns innehalten lässt – und zugleich Fragen aufwirft.
Die biblische Erzählung berichtet: „Als er das gesagt hatte, wurde er vor ihren Augen emporgehoben, und eine Wolke nahm ihn auf und entzog ihn ihren Blicken“ (Apg 1,9 aus der Einheitsübersetzung). Er ist nicht mehr sichtbar.
Was bedeutet das für unseren Glauben?
In der biblischen Tradition ist die Wolke kein Zeichen der Abwesenheit Gottes,
sondern seiner Gegenwart. Gott entzieht sich dem Blick – und bleibt doch da. So ist auch die Auffahrt nicht einfach ein Abschied. Sie ist eine Verwandlung der Gegenwart Christi. Der auferstandene Christus ist nicht mehr an einen Ort gebunden. Er ist unseren Augen entzogen – aber nicht unserer Nähe.
Vielleicht hilft uns ein einfaches Bild, dies zu verstehen: das Spiel mit kleinen Kindern – „Kuckuck“.
Ein kleines Kind erlebt dabei etwas ganz Grundlegendes:
Wenn ein Gesicht plötzlich hinter den Händen verschwindet, scheint es für einen Moment wirklich weg zu sein. Es entsteht eine kleine Verunsicherung – und dann, wenn das Gesicht wieder auftaucht, folgt oft ein Lachen voller Erleichterung und Freude. Mit der Zeit lernt das Kind etwas Entscheidendes: Auch wenn ich dich nicht sehe – du bist noch da.
Was verborgen ist, ist nicht verschwunden. Vielleicht ist genau das ein Bild für den Glauben. Wir sehen Christus nicht. Und doch vertrauen wir darauf, dass er gegenwärtig ist. Diese Gegenwart ist keine sichtbare Macht. Sie zeigt sich nicht im Durchsetzen oder Beherrschen.
Und doch wirkt sie – leise und oft verborgen: dort, wo Menschen sich versöhnen, wo Hoffnung nicht aufgegeben wird, wo Liebe stärker ist als Angst. Auffahrt erinnert uns daran: Christus ist nicht weg. Er ist gegenwärtig – anders, als wir es erwarten, aber mitten unter uns.
Wir laden Sie herzlich ein, zu unserem ökumenischen Auffahrtsgottesdienst. Kommen Sie, wie Sie sind – mit Ihren Fragen, mit Ihrer Hoffnung, mit Ihrem Vertrauen. Wir feiern gemeinsam die Gegenwart Christi, der uns nahe ist – auch wenn wir ihn nicht sehen.